Jahresrückblick 2018: Wir haben viel erreicht!

Liebe Freunde! Vor einem Jahr konnten wir berichten, dass die SchülerInnen im Internat für Kinder mit Behinderungen in Osogbo endlich sauberes Wasser, Duschen und Toiletten mit Wasserspülung nutzen können. Eine große Verbesserung für die Kinder und die Köchinnen, die das unkomplizierte Kochen mit Biogas ohne starke Rauch- und Hitzeentwicklung loben. Das Projekt hat auch außerhalb des Bundeslandes viel Beachtung gefunden und bei Lehrern und Schülern der angegliederten Sekundarschule den großen Wunsch nach einer ebensolchen Anlage geweckt. Wir hoffen sehr, im kommenden Jahr mit neuen Fördergeldern auch den dort lebenden 300 SchülerInnen mit Behinderungen helfen zu können. Alle bisher gewonnenen Erfahrungen könnten genutzt werden.

An der feierlichen Eröffnungsfeier der Anlage im März durch die Vizegouverneurin und zahlreiche Vertreter aus dem Bildungsministerium nahmen auch Jutta Hecklau, Sigi Ueberschär und Barbara Chavez teil. Die Kinder trommelten, tanzten und sangen mit Hingabe und hielten tapfer lange Stunden in der Festhalle aus. Anschließend gab’s für alle Reis, Hähnchen und eine Fanta. Neben den Dankesreden und Wünschen nach weiterer Unterstützung erhielt James nach vielen Jahren Einsatz für seine Landsleute erstmals Lob und Anerkennung von Seiten der Regierung.

Wir hatten außer Fußbällen, Springseilen und vielen kleinen Geschenken auch Spendengelder mitgebracht. Davon konnten inzwischen u.a. 20 Matratzen an die Kinder verteilt werden, die es besonders dringend benötigten. Da es an der Anlage immer wieder kleine Pannen durch unvorsichtiges Verhalten einiger stark verhaltensauffälliger Kinde gibt, die an den Wasserleitungen rütteln oder etwas zerstören, finanziert H&E aktuell den Lohn für einen jungen Mann, der für die Aufsicht der Toiletten und Biogasanlage zuständig ist, langfristig muss das aber Aufgabe der Behörde sein.

Neuer Schulgarten

Nach den langen Sommerferien wurde der Schulgarten hinter den Schlafräumen angelegt. Private Spenden und die Förderung durch die Restcent-Initiative der Angestellten des Bremer Öffentlichen Dienstes haben diesen ersten Schritt zur Ausbildung der älteren Schüler im Gartenbau ermöglicht. Unter Anleitung eines Gemüsebauern und mit Unterstützung durch Betreuer pflanzten die Jugendlichen Gemüse an, das jetzt geerntet wird und die einseitigen Schulmahlzeiten verbessert.

Um den Garten wurde ein hoher Zaun zum Schutz vor Tieren gebaut. Zur Bodenverbesserung mischte James den Gärschlamm aus der Biogasgrube mit Grünschnitt und effizienten Mikroorganismen, die wir aus Bremen mitgebracht hatten. Nach einigen Wochen war ein wunderbarer Kompost entstanden, der in den trockenen Boden eingebracht wurde. Im Vergleich zu einem nicht gedüngten Bodenbereich zeigte sich ein deutlich kräftigerer Pflanzenwuchs. So schließt sich ein ökologischer Kreislauf, der auch unter schwierigen Bedingungen seine Funktionsfähigkeit beweist. Die Bildungsbehör-de kündigte an, nach diesem Modell alle Schulen im Bundesland zu ermuntern, einen Schulgarten anzulegen – wir werden erfahren, ob sich dieser Plan durchsetzen kann.

Trainingsprogramm 2019

Im kommenden Jahr soll unser nächstes Vorhaben an der Schule starten: Ein Trainingsprogramm in drei Ausbildungszweigen für die älteren Schüler. Für die Ausbildung zur Friseurin und Schneiderin gibt es Lehrmeisterinnen, die die Gebärdensprache beherrschen. Wir werden ihre Honorare und das Material sowie die Verbesserung der vorhandenen Ausstattung übernehmen. Vor allem für die gehörlosen SchülerInnen an der Sekundarschule planen wir ein Computertraining in dem ungenutzten PC Labor. Ein Lehrer fehlt, daher werden wir – bei Finanzierung des Internetzugangs durch die Bildungsbehörde – die Lohnkosten übernehmen.

Patenschaften

Im April – zu Beginn der Regenzeit – berichtete James uns besorgt, dass 10 unserer Patenfamilien in Lagos auf der Straße leben bzw. ihre Unterkunft verlieren würden. Durch den Abriss illegal errichteter Gebäude in den Armenvierteln und extrem gestiegene Mietpreise sind besonders die ärmsten Familien betroffen. Unser „Hilferuf“ in viele Richtungen ermöglichte, dass wir allen Müttern und ihren Kindern inzwischen die Jah-resmiete für eine kleine Wohnung finanzieren konnten, sodass sie neue Kraft schöpfen können. Dafür sind wir allen Spendern, die in dem Moment so bereitwillig eingesprungen sind, besonders dankbar. Klar ist allerdings, dass dies nur eine einmalige Unterstützung sein konnte. James berät die Familien und hofft, dass die Frauen es demnächst ohne Hilfe von außen schaffen werden.

Insgesamt betreuen wir 50 Patenkinder in Lagos und Osogbo; darunter auch einige Kinder aus dem Internat, die uns von der Schulleitung als sehr bedürftig benannt worden waren.

Integrationsprogramm in Bremen

In Bremen wird auch in diesem Jahr unser „Kreativ-Integrationsangebot“ für geflüchtete Frauen aus afrikanischen Ländern gut angenommen und von Odette Richter einfühlsam geleitet – unterstützt durch das Haus der Familie Obervieland und gefördert durch die Senatorin für Soziales.

Uns ist bewusst, dass wir nur einer ganz begrenzten Gruppe von Menschen solidarische Hilfe bieten können. In Nigeria können wir das auch nur, weil dort unsere Partnerorganisation unter der ehrenamtlichen Leitung von James die Arbeit leistet, unterstüzt von wenigen lokalen MitarbeiterInnen. Durch diese enge und vertrauensvolle Kooperation können wir Ihnen die Gewißheit geben, dass alle Spendengelder ihre Be-stimmung erreichen. Nun hoffen wir, dass die Präsidentschaftswahlen in Nigeria im März ohne Unruhen verlaufen und die Projektarbeit ungehindert fortgesetzt werden kann.

Mit unserem Weihnachtsbrief möchte ich mich im Namen des Vorstands und unserer nigerianischen Partner bei Ihnen allen bedanken für Ihre geistige und finanzielle Unterstützung und hoffe, dass Sie uns verbunden bleiben.

Wir wünschen Ihnen ruhige und friedvolle Feiertage in einer schwer einschätzbaren, unruhigen Zeit!

Barbara Chavez Ramirez (Vorsitzende)

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