Projektbericht: Wir fördern Berufsausbildungen in Osogbo

Die Präsidentschaftswahlen im Februar 2019 in Nigeria haben auch die Projektarbeit an „unserer“ Internatsschule für Kinder mit Behinderungen beeinflusst. Die Wahlen und ihre Verschiebung um eine Woche hatten zu vereinzelten Unruhen geführt, sodass das Internat aus Sicherheitsgründen für längere Zeit geschlossen wurde. Wir hoffen nun, dass die Situation in Nigeria stabil bleibt und der Internatsbetrieb ohne große Störungen fortgeführt werden kann. Die Schließung des Internats hatte zu einem verzögerten Beginn unserer weiteren Ausbildungsprojekte geführt, die dann Anfang März beginnen konnten.

Hut 4

Der neue Schulgarten hinter den Schlafräumen des Internats versorgt die Kinder seit November 2018 mit drei unterschiedlichen Gemüsesorten. Es wächst – dank der Düngung mit dem Gärschlamm aus der Biogasanlage unter Zusatz von Effektiven Mikroorganismen – so viel Gemüse, dass auch die Lehrer und Hausmütter davon profitieren können.

Die Schulbehörde in Osun-State ist begeistert von unserem Schulgartenprojekt und hat allen Schulen im Bundesland die Aufgabe gegeben, einen eigenen Schulgarten anzulegen. Im Internat lernen die Kinder jetzt regelmäßig etwas über Landwirtschaft. Der zum Start des Projekts von uns eingesetzte Gemüsebauer vermittelte sein Wissen nicht nur an die älteren Kinder, sondern auch an einige Lehrer, die jetzt den Unterricht und die Verantwortung für den Garten übernehmen sollen.

Die PC-Schulung an der Sekundarschule hat begonnen. Dort hatte die Bildungsbehörde im vergangenen Jahr ein PC-Labor eingerichtet, allerdings keine Lehrkraft eingestellt.

PC-Schulung

PC-Schulung im Internet in Osogbo

Wir übernehmen die Honorare der zwei Lehrerinnen, die mit Gebärdensprache unterrichten, bezahlten eine Tafel und weiteres Lehrmaterial. Für die Schulung haben sich sofort 120 TeilnehmerInnen angemeldet sowie 20 Schulabgänger. Überwiegend sind es gehörlose Schülerinnen und Schüler, die begeistert von dem kostenlosen Angebot Gebrauch machen. Unsere Partner werden mit dem Bildungsministerium verhandeln, um ihnen einen Internetzugang zu ermöglichen.

Nach den langen Weihnachtsferien wurden von unserer Partnerorganisation gemeinsam mit der Schule die Ausbildungsräume für die Näh- und Friseurausbildung instandgesetzt. Die beiden Lehrmeisterinnen vermitteln die Inhalte unterstützt von Gebärden. Auch ihre Honorare werden von uns übernommen ebenso das notwendige Unterrichtsmaterial: Scheren, Handtücher, Haarteile, Frisierköpfe, Chemikalien, Maßbänder, Papier, Scheren, Nadeln etc. Alle Nähmaschinen wurden repariert und sind funktionstüchtig – ebenso wie die Frisierhauben.

Friseurausbildung

Die Friseurausbildung wird mit Begeisterung angenommen.

Die Ausbildung findet an drei Nachmittagen wöchentlich statt und ist zunächst für ein Jahr geplant. Der Ansturm auch auf diese Berufszweige war enorm. Es meldeten sich jeweils etwa 50 gehörlose Schülerinnen und Schüler aus der Sekundarschule an, sodass in mehreren Gruppen unterrichtet wird. Die Lehrmeisterinnen berichten über den großen Lerneifer und das rasche Auffassungsvermögen der Jugendlichen.

Wir sind sehr froh, mit der Förderung durch die Rest-Cent-Spenden der Beschäftigten des öffentlichen Dienstes in Bremen diesen jungen Menschen eine Chance auf eine kostenlose Ausbildung noch während der Schulzeit anbieten zu können. Es wird ihnen hoffentlich helfen, nach dem Schulabschluss eine eigenständige Existenz aufzubauen.

Barbara Chavez Ramirez